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Was ist CITIL: CMMI+ITIL

CITIL steht als Abkürzung für Capability Maturity Model Integration IT Infrastructure Library. Wie der Name schon verrät, verbindet es die beiden Prozessmodelle ITIL und CMMI. CITIL integriert den Inhalt von ITIL in die Architektur von CMMI und ist eine neue CMMI-Version namens „CMMI for IT Operations“. CITIL ermöglicht die Nutzung bewährter CMMI-Konzepte für das IT Service Management und adressiert die Schnittstellen zwischen Entwicklung und IT Betrieb. CITIL ist ein Werkzeug für Prozessverbesserung im Bereich IT Betrieb.

Die Information Technology Infrastructure Library (ITIL) ist ein Referenzprozessmodell, welches von der britischen Behörde Office of Government Commerce (OGC) entwickelt und herausgegeben wurde. ITIL hat sich für den laufenden IT Betrieb eines Unternehmens als Verbesserungsmodell etabliert und gewinnt in Europa und Amerika immer mehr an Bedeutung.

ITIL ist ein Best Practices-Framework und besteht aus mehreren Büchern, in denen alle wichtigen Prozesse für das IT Service Management beschrieben werden. Die aktuelle Version 2 besteht aus acht Büchern, von denen sich zwei in den letzten Jahren in der Praxis besonders bewährt haben, nämlich Service Support und Service Delivery. Diese beiden Bücher beinhalten 10 Prozesse, wobei jedes sein eigenes Glossar und seine eigene Struktur hat.

Das Capability Maturity Model Integration (CMMI) wurde vom Software Engineering Institute (SEI) der Carnegie Mellon University herausgegeben und hat sich als de-facto Standard für die Entwicklung von Systemen, Software und Hardware durchgesetzt.

CMMI besteht aus 22 Prozessgebieten, die alle wichtigen Elemente der Produktentwicklung widerspiegeln. Diese Prozessgebiete sind thematisch verschiedenen Kategorien zugeordnet und unterstützen sich gegenseitig. Jedes einzelne Prozessgebiet kann einen Fähigkeitsgrad erreichen. Darauf aufbauend können Unternehmen bestimmte Reifegrade erlangen, die eine anerkannte Auszeichnung in der Industrie sind.

Mit der Aktualisierung von CMMI auf Version 1.2 wurde auch eine neue Möglichkeit geschaffen, andere Modelle in die CMMI-Architektur einzubinden. Die bisherige Version von CMMI wurde umbenannt in CMMI-DEV und beschreibt die Entwicklungsprozesse eines Unternehmens. Das SEI hat bestimmte Prozessgebiete als Kern definiert, welche in jedem CMMI-Modell enthalten sein müssen. Dieser Kern kann um neue Prozessgebiete erweitert werden, um die bewährten Praktiken von CMMI auch in anderen Anwendungsfeldern nutzen zu können.

Der Kern von CMMI beinhaltet ausgewählte Prozessgebiete, Glossarbegriffe und alle generischen Ziele und Praktiken. Jedes CMMIModell muss diesen Kern unverändert integrieren und um spezifisches Material erweitern. Zum Kern gehören 16 Prozessgebiete, die sich hauptsächlich dem Projektmanagement, dem Prozessmanagement und der Unterstützung (Support) zuordnen lassen.

CMMI-ITIL enthält neben dem CMMI-Kern die restrukturierten und inhaltlich unveränderten ITIL-Prozesse. Dabei gewährleistet CMMIITIL eine 100%ige Konformität zum Quasi-Standard ITIL im IT Service Management, die außerdem das Absolvieren von international anerkannten ITIL Zertifikaten ermöglicht. Eine Entscheidung für CMMI-ITIL ist somit eine Entscheidung für ITIL.

So wie CMMI-DEV ein Werkzeug zur Prozessverbesserung von Entwicklungen ist, hilft CMMI-ITIL die Prozesse des laufenden Betriebs zu verbessern.

Die Stärken von CMMI

Die Stärken von CMMI gelten natürlich auch für CMMI-ITIL. Die Spezialisierung auf den IT Betrieb ermöglicht eine detaillierte Beschreibung der Prozesse. Das Leben von Arbeitsweisen stellt auch bei CMMI-ITIL einen wesentlichen Bestandteil dar. Die hohe Flexibilität und individuelle Anpassbarkeit von CMMI-ITIL wird durch Anforderungen an Prozesse gegeben, bei denen nicht vorgegeben ist, wie sie erfüllt werden müssen.

Neben dieser skalierbaren und individuellen Anwendung ermöglicht CMMI-ITIL auch eine anpassbare Standortbestimmung (Assessment). Zusammen mit SCAMPI ermöglicht es die Zertifizierung der Unternehmensprozesse nach einem bewährten und dokumentierten Standard.

Der Einsatz von CMMI-DEV für die Entwicklung und CMMI-ITIL für den Betrieb ermöglicht ein durchgängiges und einheitliches Modell für die gesamten IT Tätigkeiten eines Unternehmens. Beide Bereiche verwenden gemeinsame eindeutige Begriffe und Prozesse und können sich so perfekt aufeinander abstimmen. CMMI-ITIL ist durch seine Zusammenführung von CMMI und ITIL eine sinnvolle Integration zweier etablierter und international anerkannter Standards.

Inhalt und Aufbau von CMMI-ITIL

Der Aufbau von CMMI-ITIL ist identisch mit dem von CMMI-DEV. Es gibt Prozessgebiete, die aus spezifischen Zielen mit spezifischen Praktiken bestehen und um weitere Informationen wie Arbeitsergebnisse oder Arbeitsschritte ergänzt sind. Die Nutzung von generischen Zielen und Praktiken, die auf jedes Prozessgebiet angewendet werden können, unterstützt die Institutionalisierung der ITIL-Prozesse. Die verschiedenen Prozessgebiete sind in CMMI-ITIL ebenfalls in vier Kategorien gegliedert.

Die Inhalte der beiden ITIL-Bücher Service Support und Service Delivery werden zusammen mit den anderen Prozessgebieten des CMMIKerns in vier Kategorien eingeteilt: Projektmanagement, Prozessmanagement, Service Support und Service Delivery. Die Kernprozesse sind den Bereichen Projektmanagement, Prozessmanagement und Service Support zugeordnet. Die spezifischen ITIL-Inhalte finden sich in den Kategorien Service Support und Service Delivery wieder.

Die generischen Elemente von CMMI ermöglichen die Bestimmung und Erreichung von Fähigkeitsgraden (Capability Levels) für sämtliche CMMI-ITIL-Prozessgebiete. Diese Gliederung beschreibt die Entwicklungsstufe eines Gebiets und ist wie bei CMMI-DEV in sechs Fähigkeitsgrade unterteilt. Die Benennung und Beschreibung entspricht dabei dem CMMI-Standard (Unvollständig, Durchgeführt, Gemanagt, Definiert, Quantitativ Gemanagt, Optimierend).

Außerdem werden für CMMI-ITIL fünf CMMI-Reifegrade (Initial, Gemanagt, Definiert, Quantitativ Gemanagt, Optimierend) definiert. Diese CMMI-ITIL Reifegrade (Maturity Levels) stellen eine Priorisierung der Gebiete für die Prozessverbesserung dar und ermöglichen Standortbestimmungen für den IT Betrieb eines Unternehmens.

CMMI-ITIL ist eine vom SEI und von der OGC autorisierte und unterstützte CMMI-Konstellation, die ITIL in die CMMI Architektur integriert. CMMI-ITIL wurde als Gemeinschaftsprojekt von der Technischen Universität Darmstadt und der wibas IT Maturity Services GmbH entwickelt.

CMMI-ITIL integriert die ITIL V2 in CMMI. Mit der Veröffentlichung von ITIL V3 wird auch CMMI-ITIL V3 bereitgestellt werden.

Nachfolgend finden Sie eine Tabelle mit den CMMI-ITIL Prozessgebieten. Die CMMI-Kernprozessgebiete sind mit einem * gekennzeichnet.

Nächste Schritte

CMMI-ITIL ist seit April 2007 fertiggestellt und verfügbar. Außerdem ist begleitend zu dem Modell ein Poster erhältlich, welches die Prozessgebiete veranschaulicht und deren Vernetzung und Zuordnung zu den Reifegraden darstellt. Ebenfalls wird es einen CMMI-ITIL-Browser geben, der eine interaktive Navigation durch das Modell ermöglicht. CMMI-ITIL Schulungen sind derzeit in der Entwicklung. Assessments und Coaching zu CMMI-ITIL sind bereits verfügbar und werden in Zusammenarbeit mit dem SEI und dem deutschen itSMF (IT Service Management Forum) durchgeführt.

Abgrenzung zu CMMI for Services

CMMI-ITIL ist spezifisch für den IT Betrieb und eine unveränderte Version von ITIL. Im Gegensatz dazu ist CMMI for Services (CMMIProzessgebiete SVC) ein neues Modell, das auf Services aller Art eingeht, und das sich weniger auf Service Delivery bezieht – die in ITIL ein eigenes Buch ist. Darüber hinaus wird CMMI for Services frühestens Mitte nächsten Jahres verfügbar sein.

Weblinks

  • CMMI Version 1.2 Download http://www.sei.cmu.edu/cmmi/models/
  • CMMI Online Browser http://www.cmmi.de
  • Offizielle Homepage der IT Infrastructure Library http://www.itil.co.uk
  • Internationales IT Service Management Forum http://www.itsmf.org

Literatur

  1. Mary Beth Chrissis, Mike Konrad, Sandy Shrum: CMMI Second Edition – Guidelines for Process Integration and Product Improvement, Addison-Wesley, 2006
  2. CMMI Product Team: CMMI for Development, Version 1.2, Software Engineering Institute, Pittsburgh, 2006, Download unter http://www.sei.cmu.edu/cmmi/models/
  3. Software Engineering Institute (SEI) der Carnegie Mellon University (CMU): CMMI for Services Project, Informationen unter http://www.sei.cmu.edu/news-at-sei/whats-new/20060320cmmi.htm
  4. Office of Government Commerce (OGC): Service Support (IT Infrastructure Library Series), Stationary Office, 2000
  5. Office of Government Commerce (OGC): Service Delivery (IT Infrastructure Library Series), Stationary Office, 2001

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